Start der Tarifverhandlungen für Filmproduktionen – ver.di fordert ein neues Arbeitszeitmodell mit einer Vier-Tage-Woche

Pressemitteilung vom 12.10.2023

ver.di drängt auf eine Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge, um Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der Filmschaffenden zu unterbinden

Die Tarifverhandlungen für die rund 25.000 Filmschaffenden haben heute (12. Oktober) zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), der Schauspielgewerkschaft BFFS und dem Arbeitgeberverband Produzentenallianz begonnen. Gemeinsam fordern die Gewerkschaften ein neues Arbeitszeitmodell mit einer Vier-Tage-Woche, kürzerer Tagesarbeitszeit, freien Wochenenden. Ebenso auf der Forderungsliste stehen die verbindliche branchenweite betriebliche Altersvorsorge sowie die Eindämmung des Einsatzes von generativer KI, also das Ersetzen von menschlicher Kreativität und Ausdruck durch maschinelle Prozesse, ähnlich wie in den Verhandlungen der US-amerikanischen Film-Gewerkschaften.

„Wir bewegen große Zukunftsthemen in dieser Tarifrunde, in der es erstmal noch nicht um Gagenerhöhungen geht, sondern um neue Grundbedingungen der Arbeit im Film. Junge und schon erfahrenere Filmschaffende drängen auf Arbeitszeiten, die sich der in anderen Branchen deutlicher angleichen müssen. Wenn, wie von uns gefordert, künftig bis zu 11 Stunden pro Tag gearbeitet werden soll, liegt die Vier-Tage-Woche schon auf der Hand. Mit der Vereinbarung eines solchen Arbeitsmodells könnte die Filmbranche Attraktivität zurückgewinnen, die sie im Vergleich zu konkurrierenden Kreativbranchen verloren hat. Die Produzentenallianz täte gut daran, dieses als gemeinsame Chance zur Gewinnung von Fachkräften zu begreifen“, erklärt ver.di-Verhandlungsführer Matthias von Fintel.

Die Filmbranche ist international und wird auch in Deutschland vielfach subventioniert. Deshalb drängt ver.di auf eine Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge, um Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der Filmschaffenden zu unterbinden.

„Selbstverständlich wollen auch wir, wie die US-Kolleg*innen, den Einsatz von generativer KI eindämmen, damit die Filmsets und Studios in Deutschland nicht zum ungeregelten Versuchsfeld für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Filmproduktionen werden. Filmkreativität nutzt stets technische Entwicklungen in allen Gewerken, das wollen auch wir nicht verhindern. Aber Im Zentrum muss menschliche Kreativität und künstlerischer Ausdruck stehen, die nicht ersetzt, sondern in ihrem Wert herausgestellt werden müssen. Dem darf jede Technikentwicklung gerne dienen, aber nicht umgekehrt“, stellt von Fintel klar.

Die Verhandlungen werden in vier weiteren bis Ende Januar vereinbarten Terminen fortgesetzt. Der nächste Verhandlungstermin findet am 15. November statt.

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